22/7  Bitte lächeln

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 23:08

Soll man oder soll man nicht – die Wahrheit sagen. Bis heute will man nicht. “Man” das ist das Gastgewerbe. Und es geht um die Frage, ob Testberichte der Lebensmittelkontrolle zur Betriebshygiene öffentlich bekannt gemacht werden sollen oder nicht. In der Schweiz ist das kein Thema bzw. wurden und werden entsprechende Vorstösse aus Konsumentenkreisen abgeblockt.

Nun startet die Verbraucherorganisation Foodwatch in Deutschland eine interessante Offensive. Mit einem Smiley-Kleber am Eingang sollen positiv bewertete Betriebe darauf hinweisen, dass ihre Beurteilung gut ist. Die ganze Aktion beruht auf Freiwilligkeit. Niemand wird gezwungen, sich der Aktion anzuschliessen, aber es wird mit einem gewissen Gruppendruck gerechnet: fehlt der Smiley, müssen die Besucher damit rechnen, dass eine negative Bewertung vorliegt, sonst würde der Kleber dies ja dementieren.

Mit einem Testmonial-Video fordert Foodwatch die Gastronomie-Betreiber auf, sich aktiv zu beteiligen und der Aktion zu einem landesweiten Durchbruch zu verhelfen – im Interesse von Qualität und Hygiene. Wäre ein solches Modell nicht auch für die Schweiz denkbar?




22/7  Automatisch gespeicherter Entwurf

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:39



22/7  Automatisch gespeicherter Entwurf

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:39



22/7  Automatisch gespeicherter Entwurf

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:38



21/7  Wendepunkt erreicht?

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 18:19

Ein signifikanter Verkauf markiert eine Wende. So jedenfalls sehen es Beobachter. Der internationale Lebensmittelkonzern Unilever hat die Diät-Nahrungs-Linie Slim-Fast! abgestossen. Im Jahr 2000 hatte der Konzern die Diätmarke für 2,3 Mrd Dollar gekauft, um sich im gewinnträchtigen Business mit der Ersatznahrung dauerhaft zu positionieren…

Seit dem Kauf ist der Umsatz von Jahr zu Jahr zurückgegangen und trotz aller marketingmässigen Anstrengungen ist es nicht gelungen, das Schiff wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Beobachter sehen den Grund für diesen kommerziellen Flop in einem grundlegenden Wandel bezüglich des Gewichtsmanagements.

In den letzten Jahren hat sich die Problem-Wahrnehmung der Bevölkerung verändert. Ein grosser Teil der Menschen ernährt sich gesundheitsbewusster und sucht das Heil nicht mehr in einer “schnellen” Lösung mit Pillen, Pülverchen und Drinks. Die stark kohlehydrat-haltigen Produkte von “Slim-Fast!” passen nicht mehr zur aktuellen Auffassung von moderater ketogener Ernährung, es haftet der Linie immer noch zu stark der Ruf einer “Diät-Nahrung” an, und das ist schlicht nicht mehr in.

Der Markt ist volatil. Das Geschäft mit der Nahrung boomt wie nie. Wer den Anschluss an die Trends verpasst, ist weg vom Fenster. Es gibt keine Angaben zum Betrag, den Unilever nach dem Verkauf von “Slim-Fast!” noch gelöst hat… Diskretion ist Ehrensache.




20/7  Essen kann tödlich sein!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:27

Eine schockierende Botschaft. 23 Milliarden Dollar soll ein US-Tabakkonzern einem Gericht zufolge an die Witwe eines Kettenrauchers zahlen, der pro Tag drei Packungen geraucht hatte und mit 36 Jahren verstorben war. Begründung: der Konzern habe zu wenig deutlich auf die gesundheitlichen Risiken des Rauchens hingewiesen.

Dieser spektakuläre Richterspruch signalisiert womöglich den Beginn einer neuen Aera. Bisher waren praktisch alle Sammelklagen gegen Tabakfirmen abgeschmettert worden. Dieser Einzelfall könnte Präzedenzwirkung haben, selbst wenn die Rekursinstanz, an welche der Konzern das Urteil sogleich weiter gezogen hat,  die phantastisch anmutende Summe noch reduzieren würde.

Zu beachten ist dabei, dass die Tabakindustrie während Jahrzehnten durch gekaufte und manipulierte Gutachten die öffentliche Meinung von der Unschädlichkeit des Rauchens zu überzeugen versucht hat. Wissenschaftliche Studien haben aufgezeigt, dass sich die Lebensmittelindustrie in vielen Fällen nach dem gleichen Muster verhalten hat oder verhält.

Das Tabak-Präjudiz konnte also möglicherweise in Zukunft auch analog auf die Wirkung von übermässigem Lebensmittel-Konsum ausgeweitet werden… Bisher konnten die Burgerbräter und Limonadebrauer vergleichbare Verurteilungen stets abwehren. Nun dürfte dies erheblich schwieriger werden und vielleicht müssen wir bald mit aufgedruckten Totenköpfen auf den Lebensmitteltüten rechnen, denn zu viel und zu ungesundes Essen kann die Gesundheit gefährden und führt letztlich zum Tod.

Wo die Politik mit einschränkenden Auflagen noch zögert, hat Justitia mit dem Schwert kräftig zugeschlagen. Da wird noch mehr Blut fliessen.




18/7  Fett ade!

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:40

Nun heisst es also Abschied nehmen. Abschied von dem bösen, bösen Fett. Britische Forscher an der Universität Edinburg haben eine Methode entwickelt, wie man Proteine so verändern kann, dass sie in der Lage sind, die Eigenschaften von Fett zu imitieren, so dass man sie bei der Herstellung von Lebensmitteln anstelle von Fett verwenden kann, ohne dass dadurch der Geschmack oder die Konsistenz der Produkte verändert oder beeinträchtigt würde.

Im entsprechenden Bericht ist die Rede davon, dass im Verlauf von anderthalb Jahren damit zu rechnen ist, dass die grossen Lebensmittelproduzenten diese neue Eiweiss-Variante anwenden werden, um eine Vielfalt von neuen “low-fat”-Produkten herzustellen im Bereich der Backwaren und der Milchprodukte, aber auch von Speiseeis, das als erstes auf den Plan seht.

Über Sinn und Unsinn der “light”-Produkte wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Sie stellen heute einen Marktfaktor mit grossem Wachstumspotenzial dar. Nimmt die Anzahl und die Vielfalt der entsprechenden Produkte im Angebot weiter zu, werden sie bald vom Esstisch nicht mehr wegzudenken sein.

Ich frage mich allerdings, wo dann der kleine Dorfbäcker bleiben wird, bei dem ich hier in den Ferien meine Einkäufe besorge, der sein Brot wie seine Vorväter noch von Hand im Ofen anfertigt, und das so unnachahmlich schmeckt wie kein Brot aus dem Grossverteiler es trotz aller Aromakünste je können wird…




17/7  Brennwert-Theorie

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 21:22

Ein altes Thema – neu belebt. Ein Kollege schickte mir einen Link zu einer medizinischen Publikation, die sich ihrerseits auf eine aktuelle Veröffentlichung von Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft beruft. Der Bericht greift den einen Aspekt der Adipositas-Therapie auf, der die Ernährung betrifft. Um “gesund” abzunehmen, sollte man rund 500 Kalorien pro Tag weniger zu sich nehmen, als man effektiv verbraucht. Dabei – so eine Erkenntnis der Empfehlungen – komme es nicht darauf an, aus welchen Nährstoffen die Nahrung  zusammengesetzt sei, wichtig sei einzig und allein die Gesamtzahl der verzehrten Kalorien.

Diese Zusammenfassung vereinfacht die DAG-Empfehlungen etwas. Im vollen Wortlaut sind sie differenzierter und weisen – richtigerweise – darauf hin, dass beim Essen die persönlichen Vorlieben, der individuelle Geschmack, die Kultur, aber auch die  Verträglichkeit einzelner Speisen eine zentrale Rolle spielen. Umgekehrt gesagt: die Fixierung auf die Gesamtkalorienzahl lässt einen weiten Spielraum offen für die individuelle Gestaltung des Menüplans, von einer einseitigen Bevorzugung bestimmter Nahrungsmittel wird ausdrücklich abgeraten.

Das bedeutet aber auch, dass eine Reduktionskost weitgehend nach dem persönlichen Gusto ausgestaltet werden kann, dass es z.B. gestattet und empfohlen ist, jene Nahrung zu wählen, die bei geringer Kaloriendichte viel Volumen hergibt und jene, die punkto Sättigung länger vorhält als andere. Insofern spielt die genaue Zusammensetzung des Speiseplans dann eben doch eine sehr wichtige Rolle für die persönliche Compliance des Einzelnen. Das wollen die extremen Verfechter einer absolut mechanistischen Brennwert-Theorie nicht so recht wahr haben.




16/7  Metabolische Snacks

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 22:57

Der Fussball-Wahn ist fürs erste abgeklungen. In vielen Wohnzimmern kommen keine gesalzenen Snacks mehr auf das TV-Tischlein. Der Chips-Umsatz habe während der WM-Zeit um 10 Prozent zugenommen, meldet die Firma Zweifel. Das ist gut fürs Geschäft. Und schlecht für die Gesundheit.

Eine unverdächtige Studie aus dem Iran belegt, dass Menschen, die viel salzige Chips und ähnliches essen, ein mehr als 50 Prozent höheres Risiko haben, am metabolischen Syndrom zu erkranken. Dieses besteht bekanntlich aus den Komponenten Übergewicht, Insulin-Resistenz, gestörter Fettstoffwechsel und erhöhter Blutdruck. Das metabolische Syndrom kann zu Diabetes und zu Herzkreislauf-Versagen führen.

15’000 Probanden wurden während dreier Jahre in Teheran auf ihre Essgewohnheiten hin untersucht. Bei jenen, die am meisten salzige Snacks konsumierten, war das Risiko am höchsten. Andere Snacks wie Schokolade, Kuchen, Zuckerwaren und Süssgetränke erhöhten das Risiko für das metabolische Syndrom zwar ebenfalls, aber deutlich weniger als die gesalzenen Knabbereien.

Nicht ausdrücklich erwähnt wurde dabei, ob die ausschlaggebende Komponente das Salz allein oder die Kombination mit dem Fett war. Je nachdem würde dies eine Rückwirkung haben auf die Rezepturen. Vielleicht sehen wir bald im Fernsehen die entsprechenden Werbespots,  bei denen es nicht mehr um die “knackigsten” Spezialisten geht, sondern um die gesündesten Verbraucher.




14/7  Es gilt ernst

Kategorie: Allgemein    Von Heinrich von Grünigen um 21:00

Heute war Kontrolltermin am Ende der Welt. Aufnahmeprüfung, gewissermassen, oder doch medizinische Kontrolle. Es ging darum, ob man im Reha-Zentrum der Sportklinik Valens (GR) etwas für mich tun kann, um meinen Bewegungsapparat wieder ein wenig auf Touren zu bringen und so auch den Kalorienverbrauch anzukurbeln, um meine Chancen zu erhöhen, doch noch etwas abzunehmen…

Es ist ja ein Teufelskreis: weil die Gelenke schmerzen, vermeidet man jede Bewegung, die sich vermeiden lässt. Dadurch verlernen die Muskeln, Energie zu verbrauchen und kümmern dahin. Man wird zusehends schwächer und passt den eigenen Bewegungsradius an, indem man seine Mobilität einschränkt…

Diesen bösen Zirkel zu durchbrechen sollte das Ziel der heutigen Exkursion sein. Anderthalb Stunden, zuerst über die Autobahn, dann auf einer schmalen Poststrasse steil bergan, bis man das Gefühl hat, jetzt sei die Welt definitiv zu Ende. Vor einer imposanten Gebirgskulisse zwar, aber unwiederbringlich weg von jeder Zivilisation.

Den Anfang macht das Aufnahmegespräch. Rekapitulation der bisherigen Krankengeschichte, dann die sorgfältige Examination des Knochengestells, soweit sich dieses unter den Fettschichten ertasten liess… Dann eine Prüfung der Muskulatur und schliesslich die Erkenntnis, dass sich mit gezielter Physiotherapie manches verbessern liesse, um dem Energiehaushalt wieder etwas Schwung zu geben.

Daher der Entschluss, für den Herbst einen Aufenthalt von zwei Wochen Dauer zu planen, in dem alle Optionen ausgetestet werden, um dann während eines halben Jahres durch begleitete Therapien zuhause das Erlernte zu festigen und in der Praxis zu verankern.

Das war wohl der Anschub, den ich gebraucht habe, um aus dem eingespielten Pfad der bequemen Genügsamkeit herauszukommen. Ich bin gespannt, was der Herbst in der Praxis bringen wird.