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Von Heinrich von Grünigen um 16:55 |
Im neuen, aktuellen Heft sprechstunde doktor stutz, das an den Poststellen gratis zu beziehen ist, wird die Übergewichts-Thematik breit abgehandelt. Aus theologischer Sicht wird wird ein Blick geworfen auf historische und ethische Hintergründe des persönlichen Essverhaltens, in dem sich die Sehnsucht spiegelt, sich etwas “einzuverleiben”, in Besitz zu nehmen, als Teil des individuellen Strebens nach Glück und Erfüllung.
Es werden Techniken beschrieben, wie das Sättigungsgefühl besser und bewusster wahrgenommen werden kann, sei es mit oder ohne Hilfsmittel, und es wird auf die grosse Bedeutung der Bewegung für die Gewichtskontrolle hingewiesen. Dabei geht es nicht um “Sport” oder ein besonderes Fitnessprogramm, sondern darum, “irgendetwas zu tun, um den Energieverbrauch zu erhöhen, sei es mehr Bewegung im Alltag (…) oder irgend eine Form von Kraftanwendung.”
In einem konkreten Beispiel werden drei Ladies aus der Innerschweiz vorgestellt, welche für sich die Faszination des Laufens mit Schrittzähler entdeckt haben, mit einem Gerät, das nicht nur die Anzahl der Schritte registriert, sondern auch den gleisteten Kalorienverbrauch berechnet und laufend über den aktuellen Stand bezüglich Grundumsatz informiert.
Schon nur der Gang zur nächsten Post wäre ein guter Anfang.
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Von Heinrich von Grünigen um 19:49 |
An einer Arbeitstagung haben wir heute versucht, die Richtung festzulegen, in welche unsere NGO-Allianz “Ernährung – Bewegung – Körpergewicht” sich in den kommenden Jahren bewegen sollte. Es sind Gesundheits-Organisationen für verschiedene Krankheitsbilder, die alle in einem direkten Bezug stehen zu falscher Ernährung, Bewegungmangel und Übergewicht.
Es sind Gesundheitsprobleme von weltweiter Bedeutung, für die es auf oberster Ebene Strategie-Papiere und Handlungsanleitungen für die Regierungen gibt, sowohl von der Weltgesundheitsorganisation als auch von den zuständigen Europa-Organen. Die Schweiz ist da zwar ein kleiner Fisch im Teich, aber die Probleme sind für Betroffene überall gleich belastend und auch teuer in der Behandlung.
In der Diskussion haben wir bald gesehen, wie komplex und schwerfällig hierzulande nur schon die Meinungsbildung ist, bis hin zu den politischen Prozessen, welche die Grundlage für ein optimales Handeln auf allen Stufen bilden müssten. Das ist natürlich der Preis unserer direkten Demokratie und das unterscheidet uns etwa von Frankreich, wo eine zentralistische Regierung mit straffer Hand führen kann… So etwas wollen wir dezidiert nicht! Das hohe Gut der delegierten Verantwortung ist zu pflegen und zu respektieren, was zur Folge hat, dass man mit den besseren Argumenten überzeugen muss. Dies aber kostet. Nicht nur Gehnirnschmalz, davon hätten wir noch, aber auch materielle Mittel, um Arbeiten verrichten zu lassen, die unerlässlich sind als Grundlage für überzeugendes Argumentieren.
Die Reflexions-Arbeit hat uns von den Höhenflügen des optimal Wünschbaren auf den Boden der Realität des politisch Machbaren zurückgeholt. Und das ist gut so. Denn nur so können wir die wenigen Mitttel, über die wir verfügen, vernünftig und wirksam einsetzen. Wir bleiben dran.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:00 |
Es ist ein kühner Entwurf, den ein Professor für Bioethik an der Princeton University in USA formuliert hat und den der TagesAnzeiger heute in einer Übersetzung abdruckt.
Aus Rücksicht auf die Umwelt und die Ökologie sollten die Menschen durch staatliche Massnahmen “vom Übergewichtigwerden abgeschreckt” werden. Abschreckung als Therapie… das kommt mir fast ein wenig vor wie seinerzeit der Ausspruch von Armeekritikern, die Schweiz hätte keinen Gegner wirklich zu fürchten, da sich ein allfälliger Angreifer beim Anblick der Schweizer Soldaten ohnehin totlachen würde…
Professor Peter Singer illustriert seine These anhand der Flugtaxen: während die Passagiere für überschweres Gepäck extra bezahlen müssten, würden die Kosten für “zusätzliches” Körpergewicht auf die Gesamtheit aller Passagiere abgewälzt. Er plädiert für gewichtsbezogene Flugtarife und rechnet aus, wie hoch die Mehrkosten der Fluggesellschaften für die Zusatzladungen an Menschenfett seien.
Dabei gehe es nicht um die Diskriminierung von kranken Menschen, sondern um eine gerechtere Verteilung der Kosten. Und es folgt sogleich die Berechnung des zusätzlichen Aufwandes für breitere Sitze in Zügen und Bussen, für verstärkte Spitalbetten, solideres Mobiliar und sogar für die grösseren Kühlschränke in Leichenhäusern.
Als “abschreckend” erachtet der Herr Profesor u.a. Steuern auf Lebensmitteln, die dazu beitragen, dass Menschen dicker werden… und mit diesen Einnahmen sollten dann die Mehrkosten der Fettleibigkeit gedeckt werden. Er unterliegt allerdings dem weit verbreiteten Irrtum, dass dicke Menschen besonders grosse Mengen dieser Lebensmittel verputzen würden… dabei würden wohl vor allem jene “bestraft”, die von Natur aus nicht zunehmen und bei denen die Menge der eingenommenen Speisen keine Rolle spielt.
Die Idee der “gerechten” Kosten-Umlagerung für einen Evolutionsprozess scheint mir extrem kurzsichtig und einfältig zu sein. Die heutigen Menschen sind deutlich grösser als noch vor einigen Generationen: sollten die Individuen deshalb nach Körpergrösse besteuert werden, um damit die grösseren Stühle und Pulte in den Schulen zu finanzieren? Oder könnten die Kids vom Grösserwerden “abgeschreckt” werden? Das hat vielleicht etwas mit “Bio” zu tun, aber sicher nicht mit “Ethik”. Und bis zum 1. April sind es doch immerhin noch 6 Tage!
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Von Heinrich von Grünigen um 23:44 |
Die Frage nach der Lebenserwartung übergewichtiger Menschen wird kontrovers beantwortet. Auf der einen Seite gilt es als statistisch erwiesen, dass ein Zuviel an Kilos die Lebensdauer verkürzen kann, besonders im Zusammenhang mit gewissen Begleiterkrankungen die Diabetes, Herzversagen oder Krebs.
Auf der andern Seite gibt es ebenfalls wissenschaftlich erhärtete Belege dafür, dass Menschen mit Übergewicht gewissen Krankheiten gegenüber resistenter sind und – wenn sie einmal ein bestimmtes Alter erreicht haben – nicht so leicht einem Gesundheistproblem zum Opfer fallen. Man nennt dies das Adipositas-Paradox, das von gewissen präventionsfeindlichen Kreisen auch dazu missbraucht wird, jeder Vorsorge die Effizienz und die Berechtigung abzusprechen.
Nun hat unser Freund und Unterhaltungs-Performer BODY bei seinem Auftritt in der heutigen Ausgabe der Satire-Sendung Giacobbo/Müller die Behauptung aufgestellt, adipöse Menschen würden weniger häufig Selbstmord begehen. Warum? Bei den einen würde der Strick reissen, bevor er seine Wirkung tun kann… andere könnten nicht aus dem Fenster in dieTiefe springen, weil dieses zu klein sei… und wer sich den Lauf einer Pistole oder eines Gewehrs in den Mund stecke, der beginne reflexartig darauf herumzukauen, so dass es nicht zur Schussabgabe komme.
Das sind – bei allem Respekt vor dem Thema – Begründungen, die nicht ernst genommen werden können. Die Suizid-Forschung spricht teilweise eine andere Sprache: zwar habe ich auf Anhieb keine aktuellen Studien gefunden, aber aus früheren Untersuchungen geht hervor, dass Adipöse vermehrt zu Depressionen neigen, öfter an Selbstmord denken (das gilt für Jugendliche) und oft auch explizit darüber reden…
Die Fettschicht kann ein individueller Panzer sein gegen viele Unbilden des täglichen Lebens. Dies erklärt auch, weshalb viele Betroffene sich unbewusst schwer tun damit, diesen Schutz abzulegen. Solange er vermeintlichen Nutzen bringt, werden die nagativen Auswirkungen in Kauf genommen… Am Schluss wird die Lebensqualität den Ausschlag geben. Und wir leben, so lange das Leben uns lebenswert erscheint.
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Von Heinrich von Grünigen um 22:49 |
Wer über einen Sachverhalt schmunzeln kann (es muss ja nicht immer laut gelacht werden) hat schon ein etwas lockereres Verhältnis dazu. Und das ist etwas, was wir brauchen können, um im täglichen Kleinkrieg zu bestehen.
Einen Schmunzelspruch habe ich heute auf facebook gefunden. Es ist ein einfacher Satz, hingeschrieben über ein kleines Türmchen, aufgebaut aus Schokoladestücken. Er lautet:
Ich esse nicht einfach Schokolade – ich gebe Kalorien ein Zuhause!
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Von Heinrich von Grünigen um 16:50 |
Jedes Lebewesen hat eine innere Uhr. Sie war einst abgestimmt auf den ewigen Lauf der Zeiten und die tägliche Abfolge von hell und dunkel, im Einklang mit der umgebenden Natur.
Der moderne Mensch trägt seinen Zeitmesser am Handgelenk oder integriert in seinem Tausendsassa-Telefon. Er lässt sich die Termine elektronisch diktieren und lebt seinen eigenen Rhythmus, unabhängig von den Gezeiten der Welt.
Forscher haben sich mit der inneren Uhr und ihrem Wirken beschäftigt und dabei herausgefunden, dass diese einen weit grösseren Einfluss hat auf das Funktionieren der Körperzellen, insbesondere was den Stoffwechsel und die Verarbeitung der Nahrungsenergie betrifft. Es sind eine Vielzahl von Botenstoffen, deren Bildung und Ausschüttung direkt durch die innere Uhr koordiniert ja sogar “orchestriert” werden, wie einer der Wissenshdaftler es formuliert.
Gerät nun die angestammte innere Uhr durch unsere moderne Lebensweise ausser Takt, kann dies folgenschwere Auswirkungen haben auf das Zusammenspiel der verschiedenen Regulatoren, welche den Energiehaushalt im Gleichgewicht halten. – Bis jetzt hat die Forschung erst festgestellt, DASS es einen Zusammenhang gibt… wie genau in der Praxis mit dieser Erknntnis umzugehen sei, ist noch eine offene Frage, auf deren Beantwortung wir gespannt sind.
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Von Heinrich von Grünigen um 19:35 |
Zum dritten Mal, vor dicht gefülltem Auditorium, führte heute das Universitätsspital Zürich sein Adipositassymposium durch, mit hochkarätigen Fachreferaten und Diskussionen. Breit gefächert war das Themenspektrum: von einer Auslegeordnung über die medikamentösen Optionen zur Adipositastherapie über die Ernährung nach Magenoperationen, die neuesten Trends in der Operationstechnik und die komplexe Funktionsweise der verschiedenen chirurgischen Eingriffe, über die Rolle der Bewegung in der Adipositas-Prävention und die Steuerung der Vorgänge bei der Nahrungsaufnahme bis zu den häufigsten Komplikationen bei und nach Operationen und schliesslich zur chirurgischen Nachbehandlung der überschüssigen Haut nach starkem Gewichtsverlust.
Aus der dichten Fülle der vermittelten Informationen kann ich jetzt nur willkürlich einzelne Aspekte aufgreifen, die sich mir besonders eingeprägt haben. Da war die Aussage des Chirurgen Renward Hauser im Zusammenhang mit der Ernährung: viele Menschen mit extremer Adipositas haben schlechte Zähne und ein defektes Gebiss… bevor an eine richtige Ernährung “nach der Operation” gedacht werden kann, müssen zuerst die Beisswerkzeuge saniert werden…
Oder der Ernährungsspezialist Paolo Suter, der die eminente Bedeutung der Bewegung für den ganzen Organismus und insbesondere für das Funktionieren des Gehirns anschaulich erläuterte, mit der plakativen Formel, dass Bewegung an sich für das Verbrennen von Kalorien nicht viel bringt (nach der Formel “1 Kalorie pro Kilo Körpergewicht pro Kilometer”, was heisst: ein Mensch mit 100 Kilo Gewicht muss drei Kilometer laufen, um ein Gipfeli zu “verbrennen”), dass aber jede noch so kleine körperliche Bewegung das Gehirn bei seinem Funktionieren unterstützt.
Und dann die bittere Aussage des plastischen Chirirgen Merlin Guggenheim, der eindrückliche Bilder von erfolgreichen Wiederherstellungs-Operationen zeigte (neudeutsch genannt: Massive Weight-Loss Body Contouring, kurz MWLBC), verbunen mit dem Hinweis, dass all jene, die mit eisernem Willen und z.B. eBalance ohne Operation viel abgenommen haben, kaum eine Chance hätten, dass die Krankenkasse nach geltender Praxis die Kosten für ihre Haut-Operation übernehmen würde.
Hier, so sagte der Vertreter der wissenschaftlichen Fachorganisation SMOB, bestehe akuter Handlungsbedarf und dies sei das nächste Ziel der politischen Lobbyarbeit, dass hier einheitliche Kriterien und Regeln für alle Menschen mit grossem Gewichtsverlust hergestellt würden. Wir sind dabei!
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Von Heinrich von Grünigen um 14:28 |
Das ist vielleicht eine gewagte Gleichung, obwohl sie einer gewissen Logik nicht entbehrt. Die Frage ist: müssen wir als “ungesund” (also der Gesundheit abträglich) betrachten, was nicht ausdrücklich als “gesund” gilt?
Die Antwort lautet wohl: ja und nein. Denn es geht um Nahrungsmittel, von denen die Werbung behauptet, sie hätten eine positive Auswirkung auf unsere Gesundheit. Bleibt diese aus, heisst das noch nicht, dass jetzt Krankheit herrscht. Es sei denn, die gleiche Werbung hätte uns zuvor erfolgreich eingeredet, wir litten ausgerechnet an jener Befindlichkeitsstörung, gegen die das Nahrungsmittel gerade hilfreich vorzugehen vorgibt.
Das tönt zwar kompliziert, ist aber ganz einfach. Weil sich alle Freundinnen von Maria Walliser dauernd aufgebläht fühlen, hat diese immer ein Joghurt im Sack und eine Videokamera zum Verschenken dabei. Wenn dann zufällig gerade ein Fernseh-Kameramann in der Nähe ist, kann dieser filmen, wie die eine der anderen hilft. Das ist doch prima.
Aber jetzt ist es auch damit aus. Die EU hat zehntausende von Lebenssmitteln auf ihre behauptete gesundheitlich positive Wirkung hin getestet und dabei eine Liste erstellt mit jenen Produkten, die von sich zu Recht solche Behauptungen aufstellen können. Und das Joghurt von Frau Walliser ist nicht auf dieser Liste. – Das heisst aber nun natürlich nicht, dass man dieses spezielle Joghurt nicht mehr essen solle. Nur weil es offenbar nicht “gesundheitswirksam” ist, muss es noch lange nicht “ungesund” sein. Man kann es seines Geschmacks und seiner Konsistenz wegen mögen. Die Packung kann einem gefallen. Es kann im Verkaufsregal so günstig platziert sein, dass man gerne zugreift… das alles mag zutreffen und soll im freien Markt den Verkauf und den Konsum bestimmen. Aber mit positiver Auswirkung auf das Wohlbefinden oder die Gesundheit hat es nichts zu tun. Und das ist irgendwie beruhigend.
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Von Heinrich von Grünigen um 16:42 |
Heute hatte ich das besondere Vergnügen, an einer Sitzung teilzunehmen, die im derzeit höchsten Gebäude der Schweiz stattfand: im Zürcher Prime Tower. Das Meeting war im 31. Stock, also bloss vier Stockwerke unterhalb des obersten Geschosses, auf wohl gut 110 Meter Hohe.
Dort hinauf zu gelangen war nur eine Frage von Sekunden. In einem der grosszügig mit Spiegelglas ausgestatteten Aufzüge ging es nach oben. Zuerst hatte man unten am Empfang einen Badge erhalten, der auf das Stockwerk programmiert war, für das man sich angemeldet hatte. Diese Karte steuerte automatisch den Lift, in dessen Innerem es keine Knöpfe mehr gab.
Die Fahrt im schnellen Aufzug war einer der Punkte, dem ich mit Neugier und etwas Ungewissheit entgegen gesehen hatte. Aus früheren Erlebnissen mit sogenannten Wolkenkratzern wusste ich, dass es beim Anfahren eine starke Beschleunigung geben würde, die mein ohnehin zu grosses Körpergewicht kraftvoll nach unten drücken würde… während man dann kurz vor dem Anhalten im Ziel so etwas wie eine Kurzzeit-Schwerelosigkeit verspürte, weil der Lift abgebremst surde, die Körpermasse aber noch mit der hohen Reisegeschwindigkeit weiterfliegen wollte.
Aber die gemischten Gefühle, mit denen ich die Liftkabine – eine kleine Halle aus spiegelndem Glas und Silberwänden – betreten hatte, erwiesen sich als völlig unnötig. Die Türe schloss sich…. und nichts geschah! Es gab keinen Ruck, kein Anfahren, keine Beschleunigung. Nach einer winzigen Weile öffnete sich die Tür wieder, ich dachte für einen kurzen Moment, da wolle möglicherweise noch jemand zusteigen, der später gekommen war… aber der Blick nach draussen zeigte mir, dass wir bereits “oben” angelangt waren, im 31. Stockwerk, ohne dass man echt etwas von der Bewegung und vom Abbremsen verspürt hätte.
Ein Wunderwerk der Technik und der modernen Fahrstuhlbaukunst, wenn ich bedenke, wie einst in unserer Jugendzeit die Elevatoren in den Altbauten mit ihren Scherengittern die Stockwerke hinauf ruckelten, so dass man ehrfürchtig den Atem anhielt, bis das Gefährt zum Stillstand kam. Jetzt war man all den Weg nach oben geschwebt, als wäre man von Ausserirdischen in ein Raumschiff hochgebeamt worden, völlig losgelöst und schwerelos! Ein Zustand, an den man sich gewöhnen könnte.
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Von Heinrich von Grünigen um 15:49 |
Was haben Vanille, Fenchel, Eucalyptus, Lavendel, Kardamom, Grapefruit, Kamille, Pfeffer, Rosmarin und Zimt gemeinsam? Sie duften. Und sie sollen – glaubt man den einschlägigen Anpreisungen des Herstellers - in bestimmten Kombinationen, als ätherische Parfüms angewendet, das Hungergefühl unterdrücken.
Mit einem Deo-Roller an den richtigen Stellen aufgetragen und tief eingeatmet, sollen die Düfte dieser Pflanzen “übermässige Hungergefühle” dämpfen, den Appetit regulieren und sogar ein Sättigungsgefühl erzeugen.
Das wäre dann eine naturnahe, “chemiefreie” Methode zur Unterstützung der Gewichtskontrolle, die ich da in einem Inserat gefunden habe, abgedruckt in einer Apotheker- und Drogisten-Zeitschrift. Acht verschiedene Geschmacksrichtungen werden angeboten, wobei allerdings nichts zu lesen ist über olfaktorische Risiken und Nebenwirkungen: werden die Düfte mehrmals täglich auf Nacken, Schläfen und Handrücken angebracht, so muss wohl damit gerechnet werden, dass sich der Geruch je nach Penetranz auch in der beruflichen und privaten Umwelt verbreitet und dort möglicherweise zu anderen Reaktionen führt…
Eine mögliche Nebenwirkung wird explizit genannt: “Es kann zu einer Ausschüttung von Glückshormonen (Endorphinen) kommen…” – Gemeint ist dabei wohl der/die Anwender/in selber. Da frage ich mich dann aber, ob diese Glücks-Erzeugung nicht auch bei den Passiv-Riechern auftreten könnte. Und wenn dem so wäre: ob man dann nicht diese Art von natürlicher und sattmachender Duftveredelung grad ganz direkt in die Kimaanlagen einbringen könnte, um so im ganzen Betrieb, ja in einem erweiterten öffentlichen Raum nicht nur einen kollektiven Glücksrausch zu erzeugen, sondern gleichzeitig auch ein gemeinsames Sättigungsgefühl zu entwickeln, das sich regulierend auf den Gesamtverbrauch an Kalorien auswirken würde.
Das wäre dann eine Dimension, die sich Goerge Orwell für 1984 noch nicht ausgemalt hatte: Big Brother is smelling you!
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